{"id":141,"date":"2019-04-28T20:34:59","date_gmt":"2019-04-28T20:34:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.ju-ufr.de\/?p=141"},"modified":"2019-08-06T20:45:49","modified_gmt":"2019-08-06T20:45:49","slug":"klima-identitaet-mittelstand-europa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ju.felgadron.de\/?p=141","title":{"rendered":"Klima. Identit\u00e4t. Mittelstand. Europa!"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"645\" src=\"https:\/\/ju.felgadron.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Pressebild-HP-Feuer-und-Flamme-2019.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-142\" srcset=\"https:\/\/ju.felgadron.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Pressebild-HP-Feuer-und-Flamme-2019.jpg 1000w, https:\/\/ju.felgadron.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Pressebild-HP-Feuer-und-Flamme-2019-300x194.jpg 300w, https:\/\/ju.felgadron.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Pressebild-HP-Feuer-und-Flamme-2019-768x495.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Kitzingen (dn)  Europapolitik in verschiedenen Facetten zu beleuchten, war das Ziel der zweiten Ausgabe des Seminars \u201eFeuer und Flamme f\u00fcr Europa\u201c in Kitzingen.  Wie angek\u00fcndigt hatten die Organisatoren Sabrina Stemplowski (Junge Union) und Daniel Nagl (Paneuropa Jugend) erneut hochwertige Referenten gewinnen k\u00f6nnen. Aber f\u00fcr die rund 40 interessierten Besucher, darunter Kitzingens B\u00fcrgermeister Stefan G\u00fcntner und Landtagsabgeordnete Barbara Becker, kam es am Samstagnachmittag noch besser. <\/strong> <\/p>\n\n\n\n<p>Zum\nEnde der Veranstaltung stand spontan die Bayerische Staatsministerin\nf\u00fcr Digitales im Saal. Die Einladung, in der auf fake news in\ndigitaler Kommunikation angespielt wurde und das Format h\u00e4tten ihr\nzugesagt, so  StM Judith Gerlach. Neben einem pers\u00f6nlichen\n\u201ePuzzlest\u00fcck f\u00fcr die weitere Entwicklung der EU\u201c  lie\u00df sie den\njungen europapolitisch Interessierten vor allem Anerkennung im\nLZR-Saal. Die Ministerin erkl\u00e4rte, dass in Kitzingen das geleistet\nwerde, was Anspruch der Jungen Union sein m\u00fcsse: \u201eWir sind nicht\nnur die, die nett am Infostand oder beim Plakate kleben stehen.\nSondern wir m\u00fcssen die sein, die am Puls der Zeit sind und Themen\ndurchdringen; vielleicht auch mal stachelig.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Zu\nBeginn zeigte Hausherr Christian Reifenscheid plastisch, wie sehr\nauch der heimische Mittelstand \u2013 etwa angesichts weltweiter\nStahlm\u00e4rkte und EU-Arbeitnehmerfreiz\u00fcgigkeit \u2013 von Europa ber\u00fchrt\nist. Hier, so Reifenscheid, in Einklang mit dem MU-Kreisvorsitzenden\nTibor Brumme, brauche es ein Europa, das selbstbewusst f\u00fcr freien\nund fairen Welthandel eintrete. Anderes \u2013 wie die Gewinnung von\nSand als wichtigem Baustoff \u2013 k\u00f6nne trotz aller europ\u00e4ischen\nRegelungen beim Umwelt- und Wasserschutz, unter anderem aufgrund\nimmenser CO2-Belastung beim Langstreckentransport nur lokal gelingen.\n\n<\/p>\n\n\n\n<p>Auch\nder Klimawandel kennt keine Grenzen, f\u00fchrte Bundestagsabgeordnete\nDr. Anja Weisgerber aus. Dabei tr\u00e4fen die Auswirkungen auch Europa.\nNicht nur pazifische Inselstaaten sind von steigenden Meeresspiegeln\nbedroht, sondern auch Venedig. Lokale Unwetter-Ereignisse mit\nverheerenden Folgen, wie in Simbach, nehmen zu. Und die\nFl\u00fcchtlingsbewegungen gen Europa werden noch anwachsen, sollte das\nZiel, die Erderw\u00e4rmung auf  zwei Grad Celsius zu begrenzen verfehlt\nwerden. \u201eHeute haben es fast alle Parteien verstanden. Klimapolitik\nist notwendig und gleichzeitig Sicherheits- und Innenpolitik\u201c,\nerkl\u00e4rte die CSU-Umweltpolitikerin auf die AfD gem\u00fcnzt und f\u00fcgte\nin Richtung protestierender Sch\u00fcler an: \u201eMit Blick auf das, was\nauf den Weltklimakonferenzen und mit dem Pariser Abkommen erreicht\nwurde, stimmt es nicht, dass nichts getan wird oder wurde.\u201c Die\nehemalige Europaabgeordnete Unterfrankens unterstrich, dass es\nangesichts der Tatsache, dass Deutschland nur f\u00fcr zwei Prozent des\nCO2-Aussto\u00dfes verantwortlich sei, darauf ankomme, in Zusammenarbeit\nmit anderen EU-Staaten, Ma\u00dfnahmen auf den Weg zu bringen, die\nglobale Wirksamkeit entfalten. Dazu geh\u00f6re die Unterst\u00fctzung\n\u00e4rmerer Staaten mit gro\u00dfem Einsparpotential, aber auch verschiedene\nWege bei der Mobilit\u00e4tswende  national wie europ\u00e4isch zu f\u00f6rdern \u2013\nvon E-Mobilit\u00e4t, \u00fcber Wasserstoff bis zu synthetischen\nKraftstoffen.<\/p>\n\n\n\n<p>Einen\nanderen Klimawandel beleuchtete Steffen H\u00f6rtler. Anschaulich\nschilderte der Landesobmann der Sudetendeutschen, die verheerenden\nFolgen des Aufkommens des Nationalismus in B\u00f6hmen zu Beginn des 20.\nJahrhunderts. \u201eMan hat die Frage nicht verstanden, ob man Deutscher\nsei oder Tscheche, nur weil man deutsch oder tschechisch sprach. Man\nwar B\u00f6hme\u201c, so der Direktor des Heiligenhofes Bad Kissingen. Auch\nheute, da rund ein Viertel der Bayern sudetendeutsche Vorfahren habe,\nsei das M\u00fcnchener Abkommen und Hitlers Einmarsch eine Mahnung. Ein\nschwaches Europa, das aus Angst und Uneinigkeit \u201ewegsieht\u201c,\nerm\u00f6gliche \u00fcberhaupt erst Nationalismus und in der Folge Krieg.\nH\u00f6rtlers Appell an die \u00fcberwiegend jungen Seminarteilnehmer lautete\ndaher, sich f\u00fcr eine weitere St\u00e4rkung des Minderheitenschutzes bzw.\nder Minderheitenrechte in der EU einzusetzen \u2013 und f\u00fcr eine\nVertiefung der bayerisch-tschechischen Freundschaft, wie sie die JU\nKitzingen bereits mit einer Br\u00fcnner Gruppe lebt.<\/p>\n\n\n\n<p><br>In\nder Tradition des JU-Bezirksverbandes unter Steffen Vogel und\nDorothee B\u00e4r, die einst den SPD-Landesvorsitzenden zur Diskussion\nluden, war es Stemplowski und Nagl wichtig, auch fachlich versierte\nPolitiker jenseits der CSU nach Kitzingen einzuladen. Der\nBr\u00fcssel-erfahrene Vorsitzende des Europaausschusses im Bayerischen\nLandtag Tobias Gotthardt, MdL von den Freien W\u00e4hlern folgte der\nEinladung. Der Oberpf\u00e4lzer schilderte sein Vorhaben, bayerische\nAnliegen in Br\u00fcssel, u.a. durch st\u00e4rke Zusammenarbeit mit dem\nwissenschaftlichen Dienst des Europaparlaments, fr\u00fcher und\neffektiver einzubringen. Gleichzeitig machte Gotthardt klar: \u201eWir\nwollen im Europaausschuss nicht nur senden und in unserem K\u00e4mmerchen\nsitzen, sondern Europa auch n\u00e4her an Bayern r\u00fccken.\u201c Mit Blick\nauf die Europawahl stellt er das Publikum rhetorisch vor die Wahl\n\u201eden Blaumann anlassen und weiterarbeiten an unserem Europa, oder\nes denen mit der Abrissbirne \u00fcberlassen.\u201c In Richtung\nJugendverb\u00e4nde und Parteijugenden erg\u00e4nzte Gotthardt, dass dazu\nmehr geh\u00f6re, als aufzuschreien, wenn Gesetzentw\u00fcrfe wie bei Art. 13\n\u201einhaltlich-kommunikativ versaubeutelt werden\u201c. Nicht zuletzt der\nBrexit habe gezeigt, dass es wichtig sei, dass sich die Jugend\nrechtzeitig und best\u00e4ndig einbringe, denn: \u201eda hat sich auf der\nInsel leider kaum einer getraut, Feuer und Flamme f\u00fcr Europa zu\nsein.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Da\ndie Geschichte der USA bis ins 18. Jahrhundert weitgehend eine\nEmanzipationsgeschichte von konf\u00f6derierten, aber weitestgehend\nselbstst\u00e4ndigen, Staaten gegen die Supermacht der damaligen Zeit\nist, k\u00f6nne Europa vielleicht auch von den jungen Vereinigten Staaten\nvon Amerika lernen, erkl\u00e4rte Norman Blevins, USA-Experte bei der\nHanns-Seidel-Stiftung. Wer genau hinsehe, erkenne auch, dass mit der\nAbschaffung der Sklaverei zwar der Hauptgrund f\u00fcr die Spaltung\nzwischen Nord- und S\u00fcdstaaten weggefallen sei, aber erstmalig ein\nharter Einschnitt in weitestgehend bei den Staaten liegenden\nKompetenzen vorgenommen wurde, veranschaulichte der Deutschamerikaner\nund unterstrich, dass die Europ\u00e4ische Union heute vor \u00e4hnliche\nKompetenzprobleme gestellt sei, etwa bei der Frage der Asyl- und\nFl\u00fcchtlingspolitik. Der \u201eRat\u201c Blevins&#8216; an die in Europa\nVerantwortung Tragenden lautete daher: \u201eIn Europa d\u00fcrfen Konflikte\nnicht immer nur verschoben werden, darf nicht auf technische Fragen\n\u201eausgewichen\u201c werden. Ansonsten kultivieren wir einzig den\nKonflikt, sch\u00e4digen aber die EU und Europa nachhaltig.\u201c \n<\/p>\n\n\n\n<p><br>An\nBlevins&#8216; Ausf\u00fchrungen kn\u00fcpfte Dr. Ingo Friedrich, der langj\u00e4hrige\nCSU-Europaabgeordnete, Europaparlamentsvizepr\u00e4sident, profilierte\nMittel-standspolitiker und Initiator der EU-Flagge nahtlos an. Anders\nals seinen Verwandten in den USA helfe eine \u201eeinfache Identit\u00e4t\u201c\njungen Menschen in Europa wenig. Sowohl Souver\u00e4nit\u00e4t und Gemeinwohl\nwie auch die Frage von Identit\u00e4t und Patriotismus m\u00fcssten in Europa\nin mehreren Ebenen regional-national-europ\u00e4isch gedacht und gelebt\nwerden. \u201eIn Bayern hat man in 100 Jahren gelernt, dass Bayern und\nDeutscher zu sein sich nicht ausschlie\u00dft. Mit Europa verh\u00e4lt es\nsich genauso\u201c, so der Gunzenhauser CSU-Senior.<\/p>\n\n\n\n<p>In\nder abschlie\u00dfenden von Daniel Nagl moderierten, kurzweiligen\nDiskussion verk\u00fcndete der Spitzenkandidat der CSU Unterfranken bei\nder Europawohl Christian Staat, er wolle \u201eEuropa wetterfest machen\u201c\nund \u201edazu beitragen, Br\u00fcssel von einer Kompromissmaschine zu einer\nExekutivmaschine zu machen\u201c und der Spitzenkandidat der JU Bayern\naus der n\u00f6rdlichen Oberpfalz Christian Doleschal zeigte sich\nk\u00e4mpferisch: \u201edie Zeit der Demobilisierung ist vorbei \u2013 wir als\nJunge haben diese Wahltaktik des Wegschnarchens eh nie verstanden!\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kitzingen (dn) Europapolitik in verschiedenen Facetten zu beleuchten, war das Ziel der zweiten Ausgabe des Seminars \u201eFeuer und Flamme f\u00fcr Europa\u201c in Kitzingen. 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