{"id":461,"date":"2019-08-09T09:17:56","date_gmt":"2019-08-09T09:17:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.ju-ufr.de\/?p=461"},"modified":"2019-08-09T09:17:56","modified_gmt":"2019-08-09T09:17:56","slug":"neue-balance-finden-und-ueberraschen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ju.felgadron.de\/?p=461","title":{"rendered":"Neue Balance finden &#8211; und \u00fcberraschen"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"666\" src=\"https:\/\/ju.felgadron.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Pressebild-Nagl-JU-BV-Kitzinger-1024x666.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-462\" srcset=\"https:\/\/ju.felgadron.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Pressebild-Nagl-JU-BV-Kitzinger-1024x666.jpg 1024w, https:\/\/ju.felgadron.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Pressebild-Nagl-JU-BV-Kitzinger-300x195.jpg 300w, https:\/\/ju.felgadron.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Pressebild-Nagl-JU-BV-Kitzinger-768x499.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Kitzingen&nbsp; Es war\neine \u00dcberraschung. Aber eine mit Ansage. Daniel Nagl ist der neue\nBezirksvorsitzende der Junge Union in Unterfranken. Mit 30 zu 26 Stimmen setzte\ner sich gegen seinen Vorg\u00e4nger Fabian Weber aus Ebern durch. Jetzt will der\nKitzinger frischen Wind in die Jugendorganisation der CSU bringen.&nbsp; Frecher soll sie werden. \u00dcberraschender.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Interview <\/strong>von Ralf Dieter<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Warum\nhaben Sie sich f\u00fcr den Posten als JU-Bezirksvorsitzender beworben? Waren Sie\nmit der Arbeit Ihres Vorg\u00e4ngers unzufrieden?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nagl: Ich\nwill auf keinen Fall nachtreten, aber eine inhaltliche Arbeit hat in den\nletzten zwei Jahren kaum stattgefunden. Diese R\u00fcckmeldung habe ich aus vielen Kreisverb\u00e4nden\nerhalten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Und sich\nzur Wahl gestellt.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nagl: Ja.\nNachdem mir einige Kreisverb\u00e4nde gesagt haben, dass sie sich einen anderen\nF\u00fchrungsstil w\u00fcnschen, habe ich gemerkt: wird eng, aber k\u00f6nnte klappen. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was wollen\nSie besser machen als ihr Vorg\u00e4nger?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nagl: Wir\nbrauchen aus meiner Sicht drei Standbeine: Kritisch-vision\u00e4res Denken,\nAnpackertum aber nat\u00fcrlich auch gesellige Events. Die Balance hat in den\nletzten Jahren nicht mehr gestimmt. Es fehlte der inhaltliche Drive.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie wollen\nsie mehr Schwung in die Junge Union bringen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nagl:\nZun\u00e4chst mal m\u00fcssen wir uns organisatorisch besser aufstellen, soziale Medien\nintensiver bespielen und unsere Homepage auf den Stand des 21. Jahrhunderts\nbringen. Und dann m\u00fcssen wir Themen glaubw\u00fcrdig besetzen, mit jungen K\u00f6pfen,\ndie dahinter stehen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Welche\nThemen sind Ihnen besonders wichtig?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nagl:\nDigitalisierung und pragmatisch-effektive Umweltpolitik.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Nichts\nwirklich Neues.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nagl: Wir\nm\u00fcssen auch nicht das Rad neu erfinden, aber unsere Positionen deutlich \u00e4u\u00dfern und\nuns noch mehr vernetzen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>So wie es\ndie Gr\u00fcnen seit Jahren tun?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nagl: Mir\ngeht es um mehr als plakative Forderungen, wie sie unter anderem auch bei den\nFriday for Future-Demonstrationen aufgestellt werden. Und wenn ein Youtuber wie\nRezo behauptet, es g\u00e4be nur eine L\u00f6sung, dann schwillt mir als Fan des\ngepflegten politischen Streitgespr\u00e4ch der Kamm. Themen wie der Klimaschutz sind\nsehr komplex und bieten sehr wohl Anlass zur kontroversen, differenzierten\nDebatte. Diese tut unser politischen Kultur auch gut. Aufgabe der JU, wie aller\njugendpolitischen Verb\u00e4nde ist es nat\u00fcrlich Position zu beziehen, aber auch\nHintergrundwissen zu verbreiten, anstatt zu versuchen, mit einfachsten Parolen Kids\nzu k\u00f6dern. Was da aktuell abgeht, erinnert mich leider stark an eine Volkssage,\nnur dass die Fl\u00f6tenspieler heute Katarina und Robert hei\u00dfen. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie wollen\nSie diese St\u00e4rkung der politischen Bildung hinbekommen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nagl: Durch\nVeranstaltungen, zu denen wir Vertreter ganz unterschiedlicher\nInteressensverb\u00e4nde einladen. Wenn es um die Zukunft des Waldes geht, m\u00fcssen\nwir auch die Sorgen von Jagdp\u00e4chtern, Landwirten und F\u00f6rstern ernst nehmen. Forderungen,\nwie \u201eRettet das Klima\u201c sind schnell aufgestellt. <em>Wer aber z.B. den\nnotwendigen Waldumbau meistern will, um gesunde CO2-bindende W\u00e4lder zu haben, jedoch\ndie Abschusszahlen so hochzieht, dass Jagdp\u00e4chter hinwerfen, der gef\u00e4hrdet sein\nZiel. Genauso wird man sich im 20%-Emissions-Land China h\u00fcten, irgendeine\nMa\u00dfnahme des 2%-Land Deutschland zu kopieren, wenn wir unsere Wirtschaft mit\neiner kopflosen Energiewende an die Wand fahren. Wir w\u00fcrden unser globales Ziel\nkrachend verfehlen. Solche Zusammenh\u00e4nge wollen wir kommunizieren.<\/em> <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Werden Sie\ndamit junge Menschen \u00fcberzeugen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nagl: Ich bin\n\u00fcberzeugt davon, dass gerade die jungen Menschen sich nicht mit \u201eeinfachen\nWahrheiten\u201c abspeisen lassen, sondern sich einbringen, kontrovers debattieren und\netwas bewegen wollen. Aber daf\u00fcr muss man ihnen auch eine Plattform bieten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ist die\nCSU daf\u00fcr die richtige Partei?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nagl: Ich\nwei\u00df, dass die CSU teilweise als \u00fcberaltert wahrgenommen wird. Aber die\nWahrheit ist, dass etliche Weichenstellungen der letzten Monate und Jahre auf\nVorschl\u00e4ge der Jungen Union basierten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Zum\nBeispiel?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nagl: Nehmen\nSie das Baukindergeld. Eine Idee der JU, die als Antrag in Bundes- und Landtag\nberaten wurde. <em>Statt sich immer und immer wieder davon zu \u00fcberzeugen, dass\nman auf der moralisch vermeintlich richtigen Seite steht, packen allein in\nUnterfranken \u00fcber 1.700 junge Menschen in JU-Ortsverb\u00e4nden, Gemeinde- und\nStadtr\u00e4ten, als Ideengeber f\u00fcr \u00f6rtliche Abgeordnete und mit Judith Gerlach\nsogar als anschiebende Staatsministerin mit an, unser Land weiter zu\nentwickeln. Das ist manchmal m\u00fc\u00dfig. Aber so funktioniert Politik eben.<\/em> <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Warum sind\nSie CSU-Mitglied geworden?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nagl: Gute\nFrage. Mit 14 hatte ich lange Haare und bin mit dem Skateboard \u00fcber umgekippte\nStoiber-Plakate gesprungen. Auf der anderen Seite war ich im Sportverein aktiv\nund Oberministrant. Da zieht man nat\u00fcrlich die Aufmerksamkeit des\nCSU-Ortsverbands auf sich. Und auch das C im Parteinamen bedeutete und bedeutet\nmir was. Nach der Grundschule sa\u00df ich oft am K\u00fcchentisch meiner Gro\u00dfmutter, die\nals junge Frau aus g\u00e4nzlich apolitischer Kleinbauern- und Winzer-Familie von\nden Sowjets aus Ungarn vertrieben wurde. Ich habe ihren Geschichten gelauscht.\nDa bekommt man, nicht mit 9 oder 10, aber im R\u00fcckblick, ein Gef\u00fchl daf\u00fcr, was\nFrieden, was unsere Freiheit in Europa, was aber auch Arbeitsethik bedeutet,\nwenn man sich ansieht, was diese Generation erreicht hat. Diese Werte sehe ich\nbis heute am glaubw\u00fcrdigsten in der CSU vertreten.&nbsp; <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sie sind\nmit kurzer Hose, Hemd und Baseball-Cap zum Interview erschienen. Finde ich sehr\nsympathisch. Frau Becker m\u00f6glicherweise nicht.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nagl: Sie\nspielen auf ihre Aussage an, dass die JUler vor allem durch schlecht sitzende\nAnz\u00fcge und langweilige Haarschnitte auffallen?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>So hat sie\nes gegen\u00fcber dieser Zeitung formuliert. Was entgegnen Sie ihr?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nagl:\n\u00c4u\u00dferlichkeiten sind nicht entscheidend \u2013 eben so wenig, wie es das Geschlecht\nsein sollte. Darum halte ich es f\u00fcr falsch, \u00fcber Quoten zu diskutieren.\nEntscheidend sollte Leistung sein. Sowohl m\u00e4nnliche F\u00fchrungskr\u00e4fte als auch\nmanche FU-Vertreterin sollten sich dies in der Diskussion bzw. beim Aufbau von F\u00fchrungskr\u00e4ften\ngelegentlich in Erinnerung rufen. Ich jedenfalls bin froh, dass wir sowohl im\nengeren Bezirksvorstand und bei unseren Vertretern auf Landesebene <em>mit\nStefanie H\u00fcmpfner (HAS), Christina Henke (AB-S), Isabell Rott (HAS) und Rena\nSchimmer (W\u00dc)<\/em> ganz ohne Quote die H\u00e4lfte der Posten mit jungen Powerfrauen\nbesetzen \u2013 weil sie gut sind. <em>Dazu kommen Karoline Wallrapp (Theilheim) als\njunge stv. CSU-Bezirksvorsitzende, sowie Sabrina Stemplowski (KT) und Juliane\nDemar (NES) als motivierte JU-Kreisvorsitzende. Es w\u00fcrde mich freuen, wenn bis\n2021 noch die ein oder andere Kreisvorsitzende dazu kommt. In Kitzingen steht\ndie n\u00e4chste Generation ja schon in den Startl\u00f6chern.<br>\n<\/em><br>\n<strong>Wer ist Ihr politisches Vorbild?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nagl: Ich\nw\u00fcrde sagen, alle proeurop\u00e4ischen, liberal-konservativen Kr\u00e4fte in der CSU.\nDazu z\u00e4hle ich unter anderem Franz-Josef Strau\u00df, Ingo Friedrich, Bernd Posselt\nund Theo Waigel. Sowie unsere B\u00fcrgermeister die vor Ort pers\u00f6nlich anpacken und\noft mit viel Kreativit\u00e4t L\u00f6sungen vorlegen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Der\namtierende Ministerpr\u00e4sident Markus S\u00f6der hat die JU aufgefordert, frecher zu\nsein.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nagl: Den\nWunsch erf\u00fclle ich ihm gerne. Wobei ich das Wort frecher gerne mit dem Wort\n\u00fcberraschender tauschen w\u00fcrde. &nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kitzingen&nbsp; Es war eine \u00dcberraschung. Aber eine mit Ansage. Daniel Nagl ist der neue Bezirksvorsitzende der Junge Union in Unterfranken. Mit 30 zu 26 Stimmen setzte er sich gegen seinen Vorg\u00e4nger Fabian Weber aus Ebern durch. Jetzt will der Kitzinger frischen Wind in die Jugendorganisation der CSU bringen.&nbsp; Frecher soll sie werden. \u00dcberraschender. 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