{"id":689,"date":"2020-03-10T14:53:53","date_gmt":"2020-03-10T14:53:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.ju-ufr.de\/?p=689"},"modified":"2020-03-10T14:53:53","modified_gmt":"2020-03-10T14:53:53","slug":"ju-fordert-bei-kinderarztversorgung-mehr-anstrengungen-auf-kommunaler-ebene","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ju.felgadron.de\/?p=689","title":{"rendered":"JU fordert bei Kinderarztversorgung mehr Anstrengungen auf kommunaler Ebene"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"645\" src=\"https:\/\/ju.felgadron.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/kinderarzt-banner.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-690\" srcset=\"https:\/\/ju.felgadron.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/kinderarzt-banner.jpg 1000w, https:\/\/ju.felgadron.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/kinderarzt-banner-300x194.jpg 300w, https:\/\/ju.felgadron.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/kinderarzt-banner-768x495.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Unterfranken (dn)<\/strong> Anfang M\u00e4rz\nver\u00f6ffentlichte die KVB die \u00e4rztliche Versorgungssituation, nachdem die\nBedarfsplanung auch auf politischen Druck hin zum Jahreswechsel reformiert\nwurde. Bayernweit profitieren l\u00e4ndliche Regionen von neuen\nNiederlassungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr Haus\u00e4rzte (144), Fach\u00e4rzte (206,5) und\nPsychotherapeuten (117), die aus dem Kassenhonorar f\u00fcr bereits niedergelassene\n\u00c4rzte finanziert werden. \u201eVielleicht ist dies auch der Grund f\u00fcr die kurze\nBewerbungsfrist von kaum acht Wochen, die dazu f\u00fchrt, dass sich vielerorts nur\nbereits mit \u201ehalber Zulassung\u201c niedergelassene \u00c4rzte auf die neuen Sitze\nbewerben\u201c kommentiert der Bezirksvorsitzende der Jungen Union Daniel Nagl (31)\naus Kitzingen und erg\u00e4nzt: \u201eAuch da in vielen Kommunen R\u00e4umlichkeiten und\nBesch\u00e4ftigungsmodelle f\u00fcr Neuansiedlungen fehlen.\u201c <\/p>\n\n\n\n<p>\u201eAls Junge Union haben wir nat\u00fcrlich besonders die Interessen junger\nMenschen und Familien im Blick und damit die Kinder\u00e4rzte\u201c, so die Kitzinger\nJU-Kreisvorsitzende Sabrina Stemplowski (33). F\u00fcr unterfrankenweit rund 208.000\nMinderj\u00e4hrige sieht die neue Bedarfsplanung 83 Kinder\u00e4rzte vor; eine Z\u00e4hlung\nergibt 105. \u201eDurchschnittlich sind wir in Unterfranken bei Kinder\u00e4rzten also\nleicht \u00fcberversorgt\u201c, bilanziert Nagl, verweist jedoch darauf, dass gut ein\nViertel der Kinder\u00e4rzte 60 Jahre oder \u00e4lter ist. \u201eEine Chance\u201c, findet\nStemplowski. Denn w\u00e4hrend die urbanen Zentren Unterfrankens W\u00fcrzburg (181%),\nAschaffenburg (135%) und Schweinfurt (106%) eine deutliche oder leichte\n\u00dcberversorgung aufweisen, sind die l\u00e4ndlichen Region unterversorgt. \u201eMit 87%\nProzent hat Kitzingen die rote Laterne bei der Kinderarztversorgung. Wir sind\nzwar als junge CSU keine Freunde der Umverteilung, aber bei den\nKinderarztsitzen w\u00e4re es langfristig angebracht \u2013 vor allem, wenn man wei\u00df,\ndass in W\u00fcrzburg-Stadt mit 16.000 kaum mehr Minderj\u00e4hrige leben als im Kreis\nKitzingen mit 15.000\u201c, so Stemplowski. <\/p>\n\n\n\n<p>Auch wenn durch die\nReform der Bedarfsplanung weitere Niederlassungen in unterversorgten Regionen\nm\u00f6glich werden, m\u00fcssen sich erst (Fach-)\u00c4rzte finden. \u201eInsgesamt kommen dabei\nzwei Trends erschwerend zusammen\u201c, so Nagl, der die Thematik \u201eArztversorgung\u201c\nin den letzten Jahren als Abgeordnetenreferent verfolgte: \u201eZwar sind\nNiederlassungen im l\u00e4ndlichen Raum durchaus wirtschaftlich. Aber die Mehrheit\nder angehenden Mediziner ist weiblich und hat, wohl auch im Hinblick auf Familiengr\u00fcndung\nund Worklife-Balance, immer weniger Lust auf Selbstst\u00e4ndigkeit.\u201c\nLandespolitisch wurde daher einiges angesto\u00dfen und mit Niederlassungs- und\nFilialpraxisf\u00f6rderung in H\u00f6he von 60.000 beziehungsweise 15.000 Euro sowie\nStudienplatzquote und 28.000-Euro-Stipendien f\u00fcr junge Medizinstudenten, die\nsich verpflichten mindestens f\u00fcnf Jahre im l\u00e4ndlichen Raum zu wirken, reagiert.\n<\/p>\n\n\n\n<p>Aber auch Kommunen und\nKreise m\u00fcssten sich im Kampf um \u00c4rzte als wichtige Standortfaktoren strecken.\nNagl verweist auf die Stadt Parsberg im Kreis Neumarkt, Oberpfalz. Dort\nschlossen sich 25 Mediziner und die Kreisklinik zu einer GmbH zusammen, um\njunge Kinder\u00e4rzte zum Erhalt des Sitzes und damit der Versorgung im l\u00e4ndlichen\nRaum anzustellen. Die Kommune stellt als Vermieter passend sanierte\nR\u00e4umlichkeiten. \u201eMan kann schon junge Mediziner mit dem Bus durch einen Kreis\nfahren, um sie f\u00fcr den l\u00e4ndlichen Raum zu gewinnen. Damit\u2019s funktioniert\nbraucht es auf kommunaler Ebene aber eine aktive Boden- bzw. Immobilienpolitik\nund eine anschiebend-koordinierende Unterst\u00fctzung von gew\u00fcnschten\nBesch\u00e4ftigungsmodellen\u201c so Nagl. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hintergrund:<\/strong> Die medizinische\nVersorgung ist, anders als von vielen vermutet, in Deutschland nicht staatlich\norganisiert, sondern erfolgt durch Mediziner, Kliniken und Krankenkassen in\nSelbstverwaltung. In der Vergangenheit wurde die Niederlassungsfreiheit von\n\u00c4rzten und Fach\u00e4rzten eingeschr\u00e4nkt. Seither entscheidet die Kassen\u00e4rztliche\nVereinigung Bayern (KVB) mit Blick auf die im Planungsbereich bereits\nniedergelassenen \u00c4rzte, ob weitere Sitze vergeben werden.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"\"><tbody><tr><td>\n  <strong>Planungsbereich<\/strong>\n  <\/td><td>\n  <strong>Versorgung\n  <\/strong>\n  <\/td><td>\n  <strong>Minderj\u00e4hrige\n  (gerundet, 12\/19)<\/strong>\n  <\/td><\/tr><tr><td>\n  W\u00fcrzburg\n  (Stadt)\n  <\/td><td>\n  181%\n  <\/td><td>\n  16.000\n  <\/td><\/tr><tr><td>\n  Aschaffenburg\n  <\/td><td>\n  135%\n  <\/td><td>\n  39.400\n  <\/td><\/tr><tr><td>\n  Schweinfurt\n  <\/td><td>\n  106%\n  <\/td><td>\n  27.500\n  <\/td><\/tr><tr><td>\n  Bad\n  Kissingen\n  <\/td><td>\n  90%\n  <\/td><td>\n  15.800\n  <\/td><\/tr><tr><td>\n  Hassberge\n  <\/td><td>\n  93%\n  <\/td><td>\n  14.000\n  <\/td><\/tr><tr><td>\n  Kitzingen\n  <\/td><td>\n  87%\n  <\/td><td>\n  15.000\n  <\/td><\/tr><tr><td>\n  Main-Spessart\n  <\/td><td>\n  95%\n  <\/td><td>\n  19.500\n  <\/td><\/tr><tr><td>\n  Miltenberg\n  <\/td><td>\n  87%\n  <\/td><td>\n  21.000\n  <\/td><\/tr><tr><td>\n  Rh\u00f6n-Grabfeld\n  <\/td><td>\n  87%\n  <\/td><td>\n  13.000\n  <\/td><\/tr><tr><td>\n  W\u00fcrzburg-Land\n  <\/td><td>\n  89%\n  <\/td><td>\n  27.000\n  <\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p><strong><br>\nQuelle: KVB<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unterfranken (dn) Anfang M\u00e4rz ver\u00f6ffentlichte die KVB die \u00e4rztliche Versorgungssituation, nachdem die Bedarfsplanung auch auf politischen Druck hin zum Jahreswechsel reformiert wurde. 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