{"id":828,"date":"2021-03-05T08:48:15","date_gmt":"2021-03-05T08:48:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.ju-ufr.de\/?p=828"},"modified":"2021-03-05T08:48:16","modified_gmt":"2021-03-05T08:48:16","slug":"warum-wird-beim-artenschutz-alles-auf-die-bauern-abgeschoben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ju.felgadron.de\/?p=828","title":{"rendered":"Warum wird beim Artenschutz alles auf die Bauern abgeschoben?"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/ju.felgadron.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/pressebild-talk-landwirtschaft.jpg\"><img decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"645\" src=\"https:\/\/ju.felgadron.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/pressebild-talk-landwirtschaft.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-829\" srcset=\"https:\/\/ju.felgadron.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/pressebild-talk-landwirtschaft.jpg 1000w, https:\/\/ju.felgadron.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/pressebild-talk-landwirtschaft-300x194.jpg 300w, https:\/\/ju.felgadron.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/pressebild-talk-landwirtschaft-768x495.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Unterfranken (dn)<\/strong> 3. M\u00e4rz \u2013 Tag des Artenschutzes. Die Junge Union wollte bewusst zu diesem Anlass mit der Online-Veranstaltung \u201eBiodiversit\u00e4t? Landwirtschaft? Beides \u2013 aber wie?\u201c Zukunftsfragen beantworten. Gemeinsam mit dem stv. Vorsitzenden der JU Deutschland Markus T\u00e4uber (Oberfranken) und dem Leiter des Fachausschusses Nachhaltigkeit und l\u00e4ndlicher Raum der JU Bayern Sebastian Strau\u00df (Oberbayern) lud der Bezirksvorsitzende der JU Unterfranken Daniel Nagl zum Onlinetalk mit hochwertigen ExpertInnen. Der agrarpolitische Sprecher der CSU im Bundestag Artur Auernhammer, die Umweltpolitikerin im Bayerischen Landtag Barbara Becker, der Vorsitzende des Landesbund f\u00fcr Vogelschutz in Bayern (LBV) Dr. Norbert Sch\u00e4ffer und der junge Vizepr\u00e4sident des Bayerischen Jagdverbands (BJV) Sebastian Ziegler diskutierten mehr als zwei Stunden mit \u00fcber vierzig Interessierten; vornehmlich aus der unterfr\u00e4nkischen Landwirtschaft.<\/p>\n\n\n\n<p>In seiner Einf\u00fchrung wies Nagl darauf hin, dass in der Landwirtschaft die gesellschaftlichen Ziele regional erzeugte Lebensmittel, Artenvielfalt und der Schutz von Klima- und Grundwasser zusammentreffen. \u201eWir sehen einen enormen Druck auf die Landwirtschaft. Dieser wird nicht kleiner, wenn sich gr\u00fcne Bundestagskandidaten hinstellen und f\u00e4lschlich behaupten, f\u00fcr\u2019s Klima sei ein stillgelegter Wald das Beste oder wenn die SPD-Bundesumweltministerin durch absolut unverst\u00e4ndliche Vorschl\u00e4ge zum Insektenschutz das Wirtschaften selbst in aus Artenschutzsicht hochwertigen Weinbergen erschweren will\u201c, so der Kitzinger.<\/p>\n\n\n\n<p>Agrarpolitiker Auernhammer unterstrich: \u201eArten- und Insektenschutz geht nur mit der Land- und Forstwirtschaft \u2013 und zwar wie in Bayern bereits seit Jahren praktiziert als kooperativer Naturschutz. Beim kooperativen Naturschutz gilt Freiwilligkeit vor Ordnungsrecht, beziehungsweise monet\u00e4rer Anreiz oder Ausgleich und nicht ersatzlose Verbote. Das muss auch die Messlatte f\u00fcr den Bund sein.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Auch Dr. Sch\u00e4ffer, mit dem LBV Mitinitiator des Volksbegehrens \u201eRettet die Bienen\u201c betonte, dass seit dem Volksbegehren in Bayern nochmals mehr Geld in die Hand genommen werde, Artenschutz auch und vor allem mit der Landwirtschaft zu erreichen. Ohne jegliche Schuldzuweisung unterstrichen sowohl Dr. Sch\u00e4ffer als auch der Niederwild-Experte Ziegler den in den letzten drei\u00dfig Jahren erfolgten, dramatischen R\u00fcckgang (teilweise 90%) diverser Wiesenbr\u00fcterarten, die als Beleg f\u00fcr Artenvielfalt gelten.<\/p>\n\n\n\n<p>Ziegler verwies darauf, dass die Landwirtschaft in ihren vielf\u00e4ltigen Aufgaben \u201enicht im Regen stehen gelassen\u201c werde darf. Arten- und Naturschutz gelinge, so seine Erfahrung, wo Landwirte, J\u00e4ger und idealweise die \u00f6rtliche Gesellschaft Hand in Hand arbeiten, wie er es in seinem Niederwild-Revier erlebe. In der Zusammenarbeit mit \u00f6rtlichen Landwirten gelang es dort, den R\u00fcckgang bei der Rebhuhn-Population umzukehren. \u201eSolche Kooperationen gilt es zu f\u00f6rdern und \u00fcberregional noch weiter zu optimieren\u201c, regte der BJV-Vizepr\u00e4sident in Richtung der Bundes- und Landespolitiker an. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Dr. Sch\u00e4ffer appellierte an die Zuh\u00f6rer, die erh\u00f6hte gesellschaftliche Aufmerksamkeit zu nutzen. Da rund die H\u00e4lfte der Einkommen der nicht weinbauenden Landwirte \u2013 urspr\u00fcnglich ein Ausgleich f\u00fcr die Einf\u00fchrung offener Binnenm\u00e4rkte in der EWG \u2013 heute durch steuerfinanzierte Subventionen erfolge, m\u00fcsse die Gesellschaft \u201evielleicht noch st\u00e4rker sehen, was sie f\u00fcr ihr Geld bekommt. Wenn sie jetzt, durch einen Pandemie-bedingten Trend zu Bio und generell h\u00f6herwertigen Lebensmitteln versteht, was sie an heimischer Urproduktion und Dienstleistung zum Erhalt einer vielf\u00e4ltigen Kulturlandschaft bekommt, werden auch Gesellschaft und Landwirtschaft wieder besser zueinanderfinden\u201c, hoffte der promovierte Biologe.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00c4hnlich, aber einen Tick kritischer bewertete dies die CSU-Kreisvorsitzende Becker und fragte rhetorisch: \u201eWie kann es sein, dass in der Diskussion um Klimaschutz jeder einzelne in die Pflicht genommen wird, obwohl die wirklich gro\u00dfen Potentiale weder in Deutschland noch im Privatleben der Menschen liegen? Und wie kann es sein, dass beim Artenschutz, wo jeder Einzelne wirklich etwas erreichen k\u00f6nnte, sich die Gesellschaft frei macht und die Landwirte alleine verantwortlich macht? Nur gemeinsam geht\u2019s.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>In der offenen Diskussion erinnerte JU-Agrarpolitiker Stefan Meitinger daran, dass Artenschutz Fl\u00e4che brauche. Der Schwabe w\u00fcnschte sich daher, ungeachtet bereits erfolgender Entsieglungs- und Innenentwicklungsf\u00f6rderung von Staat und Kommunen \u2013 Stichwort Grundsteuer C \u2013 noch st\u00e4rkere Anstrengungen im Bereich der Fl\u00e4chenschonung.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf die Herausforderungen junger Betriebsnachfolger wiesen abschlie\u00dfend Jungwinzer Katja Schuppert und Michael Meusert (Volkach) sowie Junglandwirt Johannes Konrad (K\u00fcrnach) hin. Sie unterstrichen, dass durch hochwertige Ausbildung Artenschutz wesentlicher Bestandteil guter fachlicher Praxis und den jungen Landwirten wichtig sei, jedoch das Heil nicht allein in biologischer Landwirtschaft liege.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unterfranken (dn) 3. M\u00e4rz \u2013 Tag des Artenschutzes. 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