{"id":842,"date":"2021-04-28T11:48:39","date_gmt":"2021-04-28T11:48:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.ju-ufr.de\/?p=842"},"modified":"2021-05-02T13:58:58","modified_gmt":"2021-05-02T13:58:58","slug":"klima-oekonomisch-schuetzen-um-europa-wieder-flott-zu-machen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ju.felgadron.de\/?p=842","title":{"rendered":"Klima \u00f6konomisch sch\u00fctzen, um Europa wieder flott zu machen"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/ju.felgadron.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/innovation-banner.jpg\"><img decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"645\" src=\"https:\/\/ju.felgadron.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/innovation-banner.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-843\" srcset=\"https:\/\/ju.felgadron.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/innovation-banner.jpg 1000w, https:\/\/ju.felgadron.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/innovation-banner-300x194.jpg 300w, https:\/\/ju.felgadron.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/innovation-banner-768x495.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Kitzingen (dn) \u201eDie JU Unterfranken ist der einzige Verband, der das Thema Europa seit Jahren regelm\u00e4\u00dfig besetzt\u201c, lobte die stv. JU-Landesvorsitzende Stefanie H\u00fcmpfner (HAS) zu Beginn des 4. Kitzinger Europaseminars, veranstaltet durch die Jungen Union Unterfranken. Oberb\u00fcrgermeister Stefan G\u00fcntner (CSU) erg\u00e4nzte, er freue sich dar\u00fcber, dass es dem JU-Bezirksvorsitzenden Daniel Nagl erneut gelang, hochwertige Referenten in die Weinhandelsstadt zu holen, da Europa auch ihm Herzensanliegen sei.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Mit dem Luftfahrtunternehmer Bill Holler (Oberpfalz), dem Wirtschaftsprofessor Dr. Jan D. L\u00fcken (Oberbayern) und dem erfahrenen Europaabgeordneten und Wirtschaftspolitiker Markus Ferber, MdEP (Schwaben) beleuchteten Nagl und die Verantwortlichen des AK Europa der JU Unterfranken Pascal H\u00e4usinger (W\u00dc) und Marius Kretschmer (MIL) die Frage: Wie k\u00f6nnen wir Europa wieder flott machen? Dabei ging es um das Verh\u00e4ltnis zum Handelspartner und Systemwettbewerber China, Lehren aus dem internationalen Pandemiemanagement und den Ans\u00e4tzen der Europ\u00e4ischen Union mit dem EU-Recovery Plan inklusive Green Deal.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Holler, der in der chinesischen 125-Mio.-Einwohner-Provinz Zhendong einen Luftfahrtzulieferbetrieb leitet und dort Comac, den weltweit drittgr\u00f6\u00dften Luftfahrtkonzern, beliefert, berichtete, dass das 1,4 Mrd. Einwohnerland China auch systembedingt sowohl die Pandemie effizienter managen konnte, als auch Umweltschutz entschiedener, weil diskussionsfreier angehen k\u00f6nne. \u201e\u00dcber die deutsche Covid-App und die Gr\u00fcnen w\u00fcrde man in China den Kopf sch\u00fctteln\u201c, so Holler. \u201eSowohl in China als auch den USA sieht man Umwelt- und Klimaschutz als Notwendigkeiten, die es so zu l\u00f6sen gilt, dass man wirtschaftlich davon profitieren kann. Ideologisch motivierte Bevormundung, wie sie die Gr\u00fcnen in ihrem Wahlprogramm vorlegen, g\u00e4be es nicht mal im chinesischen Staatskommunismus\u201c, wird Europapolitiker Ferber deutlich.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf die Frage des aus Br\u00fcssel zugeschalteten Europabeauftragten der CSU-Unterfranken Christian Staat, ob eine zu einseitige Marktoffenheit europ\u00e4ische Firmen gegen\u00fcber staatlich gest\u00fctzten chinesischen Wettbewerbern nicht benachteilige, verwies Holler darauf, dass auch gr\u00f6\u00dfere europ\u00e4ische Firmen in China gute Gesch\u00e4fte machten. Der Neumarkter betonte, durchaus kritisch im Hinblick auf die heimische Politik, dass in China die Entschlossenheit bestehe, technische Innovation aus Europa und Bayern auch umzusetzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Kritisch-analytisch bewertete Prof. Dr. Jan L\u00fcken die europ\u00e4ische Coronapolitik. Zwar habe die Pandemie gezeigt, dass die europ\u00e4ische Marktwirtschaft, konkret die Pharmawirtschaft, leistungsf\u00e4hig sei und Impfstoffe entwickelte. \u201e\u201eAber erstaunlicherweise haben nicht nur unter Druck stehende populistische Pr\u00e4sidenten, sondern eine Reihe weiterer Staaten die Pandemie vor allem im letzten halben Jahr besser gemanagt\u201c, so der \u00d6konom. Anders als Europa habe sich die USA im vergangenen Jahr nicht als Nachfrager sondern als Partner der Pharmakonzerne verhalten, erheblich am Entwicklungsrisiko beteiligt und massiv \u00fcberbestellt. \u201eMit Blick auf die Opportunit\u00e4tskosten im Vergleich zu den wenigen Milliarden Euro \u201eEinsatz\u201c ein absolut rationales Verhalten\u201c, bilanzierte Prof. Dr. L\u00fcken.<\/p>\n\n\n\n<p>Beim Pandemiemanagement jenseits der Impfstoffbeschaffung habe Deutschland bis zum Ende des Winters \u201eganz gut\u201c performt, wurde dann aber von vielen Staaten \u00fcberholt. L\u00fcken zeigte dies anhand von S\u00fcdkorea, wo engmaschigste Testungen, \u00fcberwachte Isolierung Infizierter, rascheste Kontaktnachverfolgung durch R\u00fcckgriff auf m\u00f6glichst gro\u00dfe Datens\u00e4tze die Pandemie von Anfang weitgehend an unter Kontrolle gehalten werden konnte. \u00a0Neuseeland und Australiensetzen vor allem auf regionale Steuerung der Einschr\u00e4nkungen nach Inzidenzlage \u2013 sehr harte, aber daf\u00fcr kurze Lockdowns mit eingeschlossen. So haben diese L\u00e4nder auch mit geringen Impfquoten dauerhaft sehr niedrige Inzidenzzahlen erreicht und sind damit Vorbild f\u00fcr die \u2013 auch in Bayern am ifo-Institut mitentwickelte \u2013 No-Covid-Strategie. \u201eDas Problem in Deutschland ist, dass eine datenbasierte effektive Nachverfolgung fehlt und Lockdowns nicht beherzt genug eingesetzt werden, was zu hohen Inzidenzen f\u00fchrt. Die individuellen Daten sind zwar so bestens gesch\u00fctzt, daf\u00fcr sitzen die Menschen jetzt zuhause\u201c, so L\u00fcken. \u00a0Europa sieht der an der Technischen Hochschule Rosenheim Lehrende daher aufgefordert, die \u00a0Abw\u00e4gung zwischen Datennutzung und Gesundheitsschutz in Pandemiezeiten zu \u00fcberdenken.<\/p>\n\n\n\n<p>Ferber erg\u00e4nzte, dass es bei der Impfstoffbeschaffung zielf\u00fchrender gewesen w\u00e4re, einige EU-Staaten wie Deutschland und Frankreich w\u00e4ren entschiedener vorangegangen und h\u00e4tten f\u00fcr die kleineren Staaten mitbestellt. \u201eGemeinsam machen, hei\u00dft nicht automatisch, die EU-Kommission muss es machen; oft ist sie als Beschaffungsbeh\u00f6rde aus verschiedenen Gr\u00fcnden schlicht schlechter geeignet\u201c, so der Augsburger.<\/p>\n\n\n\n<p>Ausf\u00fchrlich ging Ferber auf den EU-Recovery Plan und seine Elemente Green Deal und Next Generation EU ein. \u201eDa sagt ja schon der Name, dass die n\u00e4chste Generation nicht nur finanzieren, sondern etwas davon haben soll\u201c, unterstrich der Vorsitzende der Hanns-Seidel-Stiftung (HSS). Jeder der 27 EU-Mitgliedsstaaten sei aufgefordert einen Plan vorzulegen, welche Ma\u00dfnahmen er unter diesem Gesichtspunkt f\u00fcr zukunftsnotwendig erachtet. Den durch das SPD-gef\u00fchrte Bundesfinanzministerium verantworteten deutschen Plan kritisierte Ferber. \u201eDa wird nur die Finanzierung von bereits beschlossenen Projekten wie dem Kohleausstieg nach Europa verschoben. Ich sehe da keine Mehrwerte f\u00fcr die kommende Generation, nur Umetikettierung!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Bei der Umsetzung des Green Deals gehe es darum, das Klima durch technologischen Fortschritt gemeinsam mit der Wirtschaft zu schonen, um Europa bis 2050 klimaneutral zu machen und 55 Prozent an CO2-Emissionen gegen\u00fcber 1990 einzusparen. Dabei d\u00fcrfte es nicht nur darum gehen, Lasten durch Scheuklappen-Ans\u00e4tze zu verschieben, appelliert Ferber und verweist auf ein Aufforstungsprojekt in einem vom, f\u00fcr die Elektromobilit\u00e4t notwendigen, Kobalt-Abbau zerst\u00f6rten Gebiet im Kongo, das die HSS unterst\u00fctze.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Politik die Verantwortung und Blickfeld auf Deutschland verk\u00fcrzt, Entscheidungen nur aus moralisch-ideologischen Motiven trifft und Klimaschutz nicht vern\u00fcnftigerweise als wirtschaftliche Chance begreift, helfe weder national noch global weiter, mahnte der in den 1990er Jahren im Bereich des technischen Umweltschutzes in der freien Wirtschaft T\u00e4tige Ingenieur abschlie\u00dfend.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kitzingen (dn) \u201eDie JU Unterfranken ist der einzige Verband, der das Thema Europa seit Jahren regelm\u00e4\u00dfig besetzt\u201c, lobte die stv. JU-Landesvorsitzende Stefanie H\u00fcmpfner (HAS) zu Beginn des 4. 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