
Kitzingen/Ufr. (dn) 50ccm-Leichtkrafträder durften bisher, genau wie 125ccm, ab 16 Jahren gefahren werden. Nachdem das CSU-geführte Bundesverkehrsministerium in den letzten Jahren bereits die Geschwindigkeitsbegrenzung für 125er aufhob, soll nun im Herbst auch in Bayern „50er-Fahren ab 15“ möglich sein. Für die Junge Union Unterfranken begrüßt Bezirksvorsitzender Daniel Nagl die differenzierende bayerische Regelung. Das durch Staatsminister Joachim Herrmann und den unterfränkischen CSU-Bezirksvorsitzenden und Staatssekretär Gerhard Eck geführte Bayerische Innenministerium sprach sich ebenso wie das Bayerische Kabinett im Juli dafür aus, Jugendliche mit 15 Jahren 50er fahren zu lassen, wenn ihnen durch ihre Erziehungsberechtigten die notwendige Reife attestiert wird und die Führerscheinbehörde mit Blick auf das vorliegende ÖPNV-Angebot einen Bedarf erkennt.
„Wir sprechen uns als JU seit Jahren für einen zukunftsgewandten ÖPNV-Ausbau aus, etwa mit 50:50-Taxis oder innovativen Pilotprojekten. Aber wir unterscheiden uns von denjenigen Großstadtpolitikern, die Individualverkehr per se verteufeln. Denn wir wissen, oft aus eigener Erfahrung, dass es etwas anderes ist, ob Teenager im Münchner S-Bahnring aufwachsen oder ob sie zur Ausbildung, Sport oder Partner, von Seinsheim nach Kitzingen, von Fladungen nach Bad Neustadt oder von Leidersbach nach Aschaffenburg pendeln müssen“, erklärt der 31-Jährige. In Erinnerung an seine eigene Zeit auf einer 50er Vespa ergänzt der Kitzinger: „Ich weiß noch wie groß der Gewinn an Freiheit und wie groß die Entlastung des „Elterntaxis“ war.“
„Auch wenn die Freien Wähler immer ein bisschen mehr wollen, ist Differenzierung wichtig. Sicherheit und Freiheit sollten mit Blick auf das Unfallgeschehen in Deutschland schon in Balance bleiben. 50er sind auch auf Landstraßen unterwegs. Das sind die Straßen, auf denen die meisten tödlichen Unfälle passieren. Darum sollte Reife und Bedarf schon geprüft werden und auch nicht am Begleiteten Fahren herumgeschraubt werden. Wenn die Freien Wähler Themen brauchen, mit denen sie hoffen, über fünf Prozent zu bleiben, sollten sie an anderer Stelle suchen“, so Nagl, der zu den ersten Teilnehmern des Begleiteten Fahrens mit 17 in Bayern gehörte.