
Unterfranken (dn) „Sieben Tage. Räder ohne E-Motor. Einige motivierte junge Erwachsene. Ein uralter Fischerschelch mit 5 PS-Außenborder. Sonne. Und ganz viel Unterfranken. Mehr braucht’s nicht gegen den Corona-Blues und das waren auch die Zutaten für unseren Roadtrip“, bilanziert der Bezirksvorsitzende der Jungen Union Unterfranken, Daniel Nagl, nach 420 Kilometern in Radsattel und Boot.
Umweltbewusst hatte die Gruppe bereits am 4. September mit dem Rad die 85 Kilometer von Kitzingen nach Rügheim (HAS) zur corona-gerecht organisierten Bezirksversammlung zurückgelegt. Auf dem Weg informierte sich die JU mit der Klimabeauftragten der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Anja Weisgerber in Grafenrheinfeld über die Herausforderungen eines AKW-Rückbaus und bei Bürgermeister Manuel Kneuer in Gochsheim über Klimaschutz auf kommunaler Ebene. Ab 5. September ging es dann quer durch Mainfranken. Unter dem Motto „Acker & Algorithmen, Silvaner & Startups“ diskutierte die JU in Strahlungen im Weinbergen mit Staatsministerin Dorothee Bär, Bürgermeister Johannes Hümpfner und den Startups cherryclick und intelliqo Digitalisierung in der Bildungspolitik. Klar war dabei für die jungen Christsozialen, dass es nicht zielführend ist, wenn jede Schule eigene digitale Inseln entwickelt. Die JU wünscht sich außerdem mit Blick auf eine bayernweite VDI-Lösung mehr Mut von der Staatsregierung.
Über Bad Kissingen ging’s, reich an Höhenmetern, zum Treffen mit Staatssekretär Gerhard Eck am Neubau der Hochschule Schweinfurt. Konsens bestand über deren Bedeutung für die Bildungsregion und den heimischen Mittelstand. Bürgermeister Heiko Bäuerlein (Volkach) erläuterte der JU Ansätze erfolgreich-verträglicher Tourismuspolitik, während Landrat Thomas Eberth (WÜ) den praktischen Teil, stand-up-paddeln, vorzog. Auch hier positionierte sich die JU deutlich und erteilte Überlegungen im Bundesverkehrsministerium den Wassersport auf dem Main zu beschränken eine deutliche Absage. Bezirksvorsitzender Nagl – selbst Wasserwachtler und SUP-Trainer: „Es geht darum, zu sensibilisieren und Sicherheit auf’s Wasser zu bringen, nicht darum, die Menschen von ihrem Fluss fern zu halten!“
Nach morgendlichem Gespräch über Biodiversität und Fischerei mit Zunftobermeister Hubert Holl wechselte die JU-Gruppe am 7. September für fünf Tage auf’s Boot. Mit 5 PS ging’s den Main hinab – und zurück! – bis Aschaffenburg. „Entschleunigung pur“, kommentierte Kapitän Michael Holl. Auf dem Weg traf sich die JU in Würzburg mit OB Christian Schuchardt und Stadträtin Rena Schimmer und ließ sich im Spessart von Staatsminister a.D. Eberhard Sinner Waldbau und Entstehung des Pumpspeicherkraftwerks Langenprozelten erklären. „Wir wollen Bayern nicht mit Pumpspeichern zukleistern. Aber wenn wir es schaffen, dass Kommunen intensiver von der Erzeugung regenerativer Energie – sei es Wasser oder Wind – profitieren, geht nach der Abschaffung des Solardeckels vielleicht auch mit 10H und dem ein oder anderen modernen Schachtkraftwerk in Bayern noch mehr. Wobei wir mit rund 50 Prozent regenerativer Stromerzeugung in Bayern nicht schlecht dastehen“, so Nagl.
Wo die staatliche Förderung für die bayerischen Naturparke als „Nachwehen“ der Nationalpark-Diskussion auch dem Spessart hilft, ließ sich die JU auf dem Main von Landtagsabgeordneten Thorsten Schwab und dem Chef des Naturparks, Dr. Oliver Kaiser, erklären. In Wörth am Main empfing Rudi Bauer die Bootscrew der JU im Schiffbaumuseum. „Auch für das Kleinod wäre es super, wenn es gelänge die corona-bedingt wegfallenden verkaufsoffenen Sonntag zu erhalten, um Besucher in das ehrenamtlich geführte Museum, das normalerweise nur sonntags geöffnet hat, zu locken“, zog Nagl den Bogen zum Antragsbuch der JU. Da diesen Herbst der Bezirksparteitag der CSU in Unterfranken entfällt, sind die jungen Christsozialen jedoch auf die Hilfe der etablierten Mandatsträger angewiesen – oder müssen bis 2021 warten.
Bei einer Führung in Aschaffenburg und Stockstadt erfuhr die JU, dass allein durch die Verschränkung von Schiene, LKW und Schiff am lokalen Bayernhafen jährlich 50.000 LKW bzw. 45.000 Tonnen CO2 eingespart werden, bevor die Tour offiziell bei einer Führung durch den Badberg und einem Vesper im „Wilden Mann“ endete. „Zum Abschluss unserer Unterfrankentour in Sattel und Schelch dürften Daniel und ich den 5-PS-Streckenrekord Aschaffenburg-Randersacker mit 17 Stunden geknackt haben“, blickt Michael Holl zufrieden zurück.
Hinweis:
Das Antragsbuch der JU Bezirksversammlung vom 4.9. findet sich unter www.ju-ufr.de/wp-content/uploads/2020/09/Antragsbuch-final-JU-Bezirksversammlung-2020-Deckblatt.pdf
das Video zur Tour unter www.fb.com/jungeunionunterfranken/