
Kitzingen (dn) Drei Nächte brannten in der Kitzinger Innenstadt Grablichter. Sie erinnerten, neben polierte Stolpersteine gestellt, am 7., 8. und 9. November an Leben, Leid und Deportation jüdischer Kitzinger Bürgerinnen und Bürger 1941/42. Da Gedenkversammlungen zur Reichspogromnacht durch die aktuell gültigen Corona-Maßnahmen nicht möglich waren, stellten JU-Kreisvorsitzende Sabrina Stemplowski, JU-Bezirksvorsitzender Daniel Nagl, CSU-Ortsvorsitzender OB Stefan Güntner und Mitglieder des CSU-Ortsverbands in diesem Jahr Plakate mit QR-Codes neben Stolpersteinen in der Ritter-, Herren- und Marktstraße auf.
Mit dem Smartphone konnten Interessierte beim „hybriden Gedenkspaziergang“ Impulsen, zum Beispiel zum Leben des jüdischen Mädchens Rena Reich oder des Senioren Samuel Liebenstein, lauschen, der ins KZ kam, weil ein Freund mit ihm vor einem „Führerportrait“ stehend, Hitler als „Negerhäuptling“ bezeichnete.
Die stv. CSU-Ortsvorsitzenden Sabrina Stemplowski und Daniel Nagl liefen den Gedenkspaziergang mehrmals ab und ersetzten fehlende oder abgebrannte Lichter. „Dass in drei Nächten von 18 Lichtern nur vier „verschwunden“ sind, spricht für unsere Stadt“, so Stemplowski, „nicht jedoch die Agitationszettel von Corona-Skeptikern, die am Sonntag an zwei Plakaten klebten und skurrilerweise vor einer Diktatur in Deutschland warnten.“